Caesar II

Genre: Strategiespiel
Hersteller: Sierra/Coktel
Vertrieb: Cendant Software
Auf dem Markt seit: September 1995
USK: 6 Jahre
Spieler: 1
Sprachausgabe: Deutsch
System: PC

 


Inhalt:
Erbauen Sie das Römische Reich:
- Echtzeit-Simulation in 3D mit aufwendiger SVGA-Grafik
- Das vollständige Römische Reich mit all seinen Provinzen
- Dutzende von Bauelementen, die sofort umgesetzt werden können
- Nutzbarmachung der Bodenschätze, Ausbau der Handelswege
Als Statthalter einer römischen Provinz machen Sie deren Hauptstadt (wenn es Ihnen gelingt, sie zu voller Blüte zu bringen!) zum Lieblingskind des Kaisers. Wählen Sie unter Dutzenden von Bauelementen - Tempel, Äquadukte, Thermen - und erfreuen Sie sich am Anblick Ihrer wachsenden und blühenden Stadt. Wird es Ihnen gelingen, nach dem Vorbild der Römer eine ewige Stadt entstehen zu lassen?
(Anküdigung Sierra)

Mit einem echten Leckerbissen überrascht Strategie-Spezialist Impressions, das jüngste Mitglied der stetig wachsenden Sierra-Coktel-Familie: Eine Stadtbau-Simulation der besonderen Art setzt zum Sturm auf die Computer an.
Selten wurde einem Spieler der Einstieg in eine komplexe Simulation so leicht gemacht: Langwieriges Handbuchwälzen vor dem ersten Tastendruck ist überflüssig, da ein ausführliches Online-Tutorial nach und nach jeden einzelnen Button der Steuerleiste erklärt und Gelegenheit gibt, ihn in einer selbst zu erstellenden Teststadt auszuprobieren. Hat man genug experimentiert, geht es mit dem nächsten Feature weiter, bis schließlich eine erste kleine Römerstadt auf dem Bildschirm entstanden ist, in der es fröhlich wuselt und klingt, und die Sie von da aus selbständig weiterentwickeln können - falls Sie nicht eine andere Stadt von Anfang an neu gründen möchten.
Zwei Spielmodi warten darauf, von Ihnen gemeistert wurd werden.
Im Nur-Stadt-Modus, der auch im Tutorial benutzt wird, müssen Sie sich lediglich um eine einzige Stadt kümmern. Sie können auch ohne lästige Zwischenfälle von außen, wie Überfälle durch Barbaren zu Land und zu See oder störende Anordnungen aus Rom, in die Materie ein- und Ihre Strategien ausarbeiten.
Im Kampagnenmodus dagegen geht es dann voll zur Sache, denn neben Ihrer Stadt muß jetzt auch noch eine ganze Provinz zu Reichtum und Blüte geführt werden. Dabei müssen Sie fleißig an Ihrer Karriere arbeiten, denn schließlich wollen Sie ja auf dem Cäsarenthorn landen. Im Klartext bedeutet dies, daß Sie in jeder Provinz Mindeswertungen in vier Kategorien (Frieden, Imperium, Wohlstand, Kultur) und eine bestimmte Gesamtwertung erreichen müssen. Nur dann (und wenn er lange genug viel Geld aus Ihrer Provinz ziehen konnte) ist der augenblickliche Herrscher von Rom mit Ihnen so zufrieden, daß er Ihnen erlaubt, eine neue Provinz zu zivilisieren.
Haben Sie schließlich alle Provinzen erfolgreich romanisiert, winken die Kaiserkrone und die Herrschaft über ein ganzes Imperium. Daß dies nicht so schnell passiert, dafür sorgen neben den vier einstellbaren Schwierigkeitsgraden vor allem die mit fortschreitender Entfernung zu Rom immer schwieriger zu regierenden und renitenter werden Provinzen.
Hoch- und Tiefbau auf römische Art
Wie wichtig eine gute Planung beim Städtebau ist, dürfte seit dem in einigen Aspekten ähnlich gelagerten Kultprogramm SimCity allgemein bekannt sein. Auch bei Ceasar 2 ist genauestens zu überlegen, was die Bevölkerung so alles braucht: Wasserversorgung, Straßenbau, Bildungs- und Unterhaltungseinrichtungen und ähnliches mehr.
Interessant und vor allem Dingen originell wird die Simulation jedoch durch die sich zum Teil recht drastisch unterscheidende Lebensweise im römischen Zeitalter einer- und hier und heute andererseits. Erklärt wird das alles ausführlich durch die komplett deutsche Online-Hilfe und -Geschichte. Beides trägt wesentlich dazu bei, daß Sie sich im römischen Leben recht schnell zurechtfinden.
Die Bedienung selbst ist sehr einfach. Sie klicken Straßen, Häuser und Wasserleitungen in der Iconleiste an und verlegen dann entweder einzelne Segmente oder durch Ziehen mit gedrückter Maustaste größere Einheiten. Bei den Straßen ist dabei auf einen möglichst geraden Verlauf zu achten, denn sosehr die Römer die Reinlichkeit liebten (wenn keine öffentlichen Bäder und fließendes Wasser in der Nähe sind, entwickeln sich Wohneinheiten nicht weiter!), so wenig begeistert sind sie vom Laufen. Daher müssen Bildungseinrichtungen wie Grammaticus und Rhetor (eine Art Grund- oder Aufbauschule) und auch der Markt in nächster Nähe zu den Häuserblocks liegen.
Gebäude, die der Unterhaltung dienen, wie Theater, Tempel, Arenen oder ein Circus Maximus, werden dagegen gerne akzeptiert, und die Häuser in deren Umfeld entwickeln sich zu immer prächtigeren Bauten. Gwerbliche Betriebe, Märkte, Kasernen und Polizeistationen haben den entgegengesetzten Effekt, sind aber leider nötig. Um immer genügend Geld im Stadtsäckel zu haben, benötigen Sie deshalb sowohl Betriebe (für Gewerbesteuern) samt zugehörigen Arbeitersiedlungen (wenig eld, wenig Einkommenssteuer, aber nötig) als auch qualitativ hochwertige Wohngebiete, in denen sich die besservedienende Elite wohlfühlt (und kräftig Einkommenssteuer zahlt).
Tempel mit Polizeischutz
Der zu Beginn recht üppige Vorrat an Denarii (römische Währung), für deren sichere Unterbringung Sie schnellstens ein paar Tempel und in der Nähe leigende Präfekturen bauen sollten (Banken gab es damals noch nicht, aber Diebe schon), nimmt durch die notwendige Bautätigkeit, den Sold für die Legion. Ihr eigenes (nicht unerhebliches) Gehalt und natürlich die Ausgaben für die Wohlfahrt der arbeitenden Plebejer-Schicht schneller ab, als Ihnen lieb sein dürfte. Dazu fordert der Imperator in Rom seinen jährlichen Tribut, und wenn der nicht bezahlt wird, endet Ihre Karriere statt auf dem weichen Cäsarenthron auf der erheblich unbequemeren Galeerenbank.
Damit Sie den Überblick nicht verlieren, gibt es für jeden Aspekt des Städtebaus separate Farbkarten, in denen Sie sich auch darüber informieren können, welche Art von Wasser versorgung wo existiert, wie groß das Einzugsgebiet von Märkten, Krankenhäusern und den lebenswichtighen Foren ist und ob der Unterhaltungsfaktor hoch genug ist. Damit sind Problemgebiet schnell zu erkennen, und Sie können Vorsorge treffen, daß Ihre Bevölkerung nicht unzufrieden wird und Aufstände losbrechen oder andere Katastrophen wie Seuchen oder Feuer auftreten. Solche Ereignisse sind zwar hübsch animiert dargestellt, werfen Ihre Stadt jedoch weit zurück.
In der Provinz dürfen Sie sich nicht nur mit dem aufbau von Zulieferstätten für Ihre städtischen Betriebe und der Öffnung von Handelsrouten mit Nahcbarprovinzen, sondern auch noch mit aufsässigen Barbarenstämmen herumplagen. Die einzige Möglichkeit, einigermaßen Ruhe im Land zu haben, ist die Aufstellung von Kohorten, die Sie trainieren und auf Patrouille schicken können. Eine Stadtmauer samt Befestigungstürmen, Toren und Kasernen bietet einen zusätzlichen Schub, und in unruhigen Provinzen ist eine Mauer auch für die Landesgrenzen äußerst empfehlenswert.
Der Kampf um Rom
Kommt es zum Überfall (Sie werden mit einer Animation darauf hingewiesen), reagiert die Truppe selbständig, sobald sich der Feind in ihrer unmittelbaren Nähe befindet. Möchten Sie den Gegner jedoch frühzeitig abfangen (besser), schicken Sie die Truppe per Mausklick selbst in das gefährdete Gebiet - die Kohorte marschiert dann hübsch animiert los. Sobald sie auf den Gegner trifft, dürfen Sie entscheiden, ob Sie selbst per sehr einfacher Icon-Steuerung das Kommando übernehmen wollen oder lieber den (gar nicht schlecht kämpfenden) Computer entscheiden lassen.
Abwechslung ist in dieser sehr komplexen, aber unterhaltsamen Simulation garantiert. Das sorgt für eine ausgesprochen hohe Langzeitmotivation. Nehmen Sie sich deshalb Zeit, wenn Sie Imperator werden möchten - auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut!
DOS-Urteil: Spiel des Monats.
(DOS 1/1996 - Antje Hink/hg)


Systemanforderungen:
486/25 MHz,
8 MB RAM,
Maus,
SVGA,
Double-Speed-CD-ROM-Laufwerk,
Festplatte 5 MB.
Unterstützt: DOS, Windows 3.1, Windows 95,
SoundBlaster, General MIDI, ProAudio Spectrum, alle Windows kompatiblen Soundkarten.

 

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