Alien Legacy
Genre: Strategiespiel Hersteller: Dynamix Vertrieb: Bomico Auf dem Markt seit: 25. August 1994 USK: 6 Jahre Spieler: 1 Sprachausgabe: Deutsch System: PC
Inhalt:
In Dynamix`neuem Strategie-Epos helfen Sie den letzten, nach einem verloreren Weltkrieg gegen Außerirdische noch lebenden Menschen, sich in einem unbekannten Plaentensystem anzusiedeln.
Wir schreiben das Jahr 2043. In der Nähe des Neptun-Mondes Titan geht das Aufklärungsschiff "Friendship" geologischen Forschungen nach, als es von einer riesigen außerirdischen Sonde zerschossen wird. Diese ist mit chemischen und biologischen Bomben vollgestopft und nimmt Kurs auf die Erde. Erst in letzter Minute wird sie gestellt und unschädlich gemacht...
Die Erkenntnis, daß die Erde nur durch ein vereintes Vorgehen aller Staaten eine Chance im Krieg gegen die Aliens hat, beschert dem blauen Planeten endlich eine weltumspannende Regierung und der Wissenschaft ungeheure finanzielle und menschliche Ressourcen. Das Resultat: Die Raumfahrt macht gigantische Fortschritte.
Neben schnellen Schlachtschiffen werden auch "Archen" gebaut, die der Menschheit im Falle einer Niederlage das Überleben auf fremden Planeten sichern sollen. Sie befehligen ein solches Schiff, das im Jahr 2119 mit Kurs auf das Beta-Caeli-System startet. Als sie nun nach jahrzehntelangem Kälteschlaf an Bord kurz vor dem Ziel aufwachen, erwartet Sie eine deprinierende letzte Funkbotschaft: Die Aliens haben gesiegt, die Erde zerstört. Die 2000 Menschen, die noch in den Tanks der von Ihnen kommandierten Calypso schalfen, sind die letzten Überlebenden.
Heiße Story, hartes Geschäft
So reißerisch die Geschichte auch klingt, nach einer kurzen Intro ist Strategie pur gefragt. Ganz im Stile von SimCity machen Sie zunächst Zug um Zug aus Ihren beiden ersten Siedlungen überlebensfähige, selbstversorgende Kolonien. Eine Gruindausstattung an Energie und Erzen führen Sie mit sich, außerdem Treibstoff, Roboter und sogenannte "Umweltdome".
Da die Ressourcen beschränkt sind, müssen Sie sich genau überlegen, wie Sie die Rohstoffen einsetzen: Bauen Sie viele Wohnanlagen, vermehrt sich die Bevölkerung, produziert aber nichts. Wissenschaftliche Forschungsstationen fördern zwar das Wissen auf sieben verschiedenen Gebieten, verbrauchen aber ebenfalls viele Rohstoffe, Fabriken können auf Planeten nach Erz schürfen (und später im Weltraum Treibstoff/ Energie produzieren), aber auch Roboter und Raumschiffe bauen, falls genügend Material zur Verfügung steht. Kraftwerke benötigen zur Energieprodutkion ebenfalls Erz. Genaues Planen der Bauaktivitäten ist im übrigen schon deshalb nötig, da jede Siedlung nur 16 Gebäude enthalten kann.
Produzieren Ihre Bergwerke nicht genügend Erz, haben Sie die Möglichkeit, mit einem Skimmer über die Oberfläche eines besiedelten Planeten zu fliegen und diese sektorenweise nach Rohstoffen abzusuchen. Zu Beginn können Ihre Transporter nur 30 Einheiten Energie und/oder Erz tragen, die Kapazität steigt jedoch mit verbesserter Technologie. Auf den Planeten finden Sie neben den Rohstoffen oft auch interessante Vertreter außerirdischer Flora und Fauna sowie Artefakte.
Auf Rohstoffsuche im Sonnensystem
Da Ihnen zunächst nur ein Planet zur Erforschung offensteht und dessen Ressourcen schnell zur Neige gehen, ist es ratsam, im Eiltempo auch die anderen Himmelskörper im Beta-Caeli-System per Sonde genau zu inspizieren, um weitere Kolonien auch Raumstationen bauen zu können. Nur so ist die lebenswichtige Versorgung mit Rohstoffen und Energie sicherzustellen.
Hierbei zeigt sich, wie weit die Spieldesigner mitgedacht haben: Die Planeten und ihre Monde umkreisen die Sonne in unterschiedlichen Abständen; infolgedessen variieren auch die Distanzen zwischen den Himmelskörpern zu verschiedenen Zeit recht drastisch. Dies zu beachten ist besonders wichtig, weil der mitgeführte Treibstoffvorrat der Raumschiffe zunächst äußerst beschränkt und ein Auftanken ohne Raumstation oder Kolonie ausgeschlossen ist.
Alle Aktivitäten werden per Maus bequem über Menüs und teilweise leider nicht sehr übersichtliche Icons von der Brücke des Raumschiffs aus gesteuert. Ihr Beraterstab hilft Ihnen mit guten Ratschlägen und hält Sie über die unterschiedlichen Entwicklungen auf dem laufenden. Die Zeit, die für jeden Spielzug zur Verfügung steht, können Sie nach eigenen Bedürfnissen einstellen, damit Sie bei der vorprogrammierten Hektik nicht den Überblick verlieren.
(Information Bomico) Beliebig oft hingegen darf man sich am Untergang der guten, alten Erde erfreuen. Wie schon so oft, sind auch diesmal die bösen Außerirdischen dran schuld. Welche ihrer Alien-Waffen es genau war, läßt sich nicht mehr feststellen, aber das dürfte auch nicht spielentscheidend sein. Was für ein Glück, daß die Menschheit auch diesmal das Ende kommen sah und rechtzeitig ein paar Kolonistenschiffe losschicken konnte! Die dümpeln nun zwischen Rhea und Gäa umher und suchen passende Landeplätze, um ihre eingefrorenen Passagiere abzuladen.
Die hinlänglich ausgekaute Hintergrundstory ist ja erst kürzlich in einem groß angekündigten Opus von Sierra verbraten worden: "Outpost" konnte die hochgestecken Erwartungen nicht erfüllen. Und nun kommt die Tochterfirma Dynamix noch einmal mit dem gleichen Szenario. Nur: Diesmal paßt alles, diesmal kommt man auch ohne Windows zum Spiel, und diesmal werden neben CD-ROM-Drives auch noch mal Diskettenlaufwerke gefüttert.
Nach der Installation auf der Festplatte gibt das Spiel eine kurze Einleitung zum besten, und von da an tickt unbarmherzig die Uhr. Denn das Kolonisieren geschieht im unerbittlichen Wettlauf mit der Zeit. Wer einfach alles stehen- und liegenläßt und erstmal geruhsam neuen Kaffee aufsetzt, wird sich aber wundern, wie sich das Universum bei seiner Rückkehr verändert hat.
Kolonien wachsen oder darben je nach Erzförderung und Ausrüstung, Laboratorien forschen, Fabriken schürfen oder produzieren, und der weniger nette Alien von nebenan ist im fortgeschrittenen Spielstadium auch nicht untätig - ebensowenig wie der Spieler.
Selbst bei der langsamsten der wählbaren Uhrgeschwindigkeiten artet die Verwaltung der Kolonien und Schiffe in einem Vollzeitjob aus: Quartiere für neue Kolonisten bauen, Forschungsprojekte genehmigen, im Tiefflug über diversen Planetensektoren Erz und Artefakte einsammeln, nach Spuren der verschollenen Vorgängerexpedition suchen, neue Kolonien errichten, Außerirdische niederkämpfen, Raumstationen bauen und versorgen - diese Liste umfaßt noch nicht einmal die Hälfte der Tätigkeiten, die Ihr neues Berufsfeld so umfaßt.
Auch nach einigen Stunden Spielzeit verflacht die oft zitierte Motivationskurve des Spielers nicht nennenswert. Da immer neue Aspekte der Hintergrundgeschichte ans Tageslicht kommen und auch die Aliens erst nach einiger Zeit aktiv werden, bleibt die Spannung erhalten und steigert sich im Spielverlauf.
Das enorm dicke Handbuch schreckt zwar am Anfang ab, aber keine Bange: Man kommt mit etwas Kolonistenerfahrung und gesundem Menschenverstand auch ohne Lektüre durch die ersten paar Jahrzehnte. Details kann man sich nach und nach rauspicken, aber eigentlich ist die Bedienung bei aller Komplexität des Spiels erfreulich einfach.
Soooo furchtbar viele Knöpfe hat eine Maus ja nun auch nicht. Tastaturkürzel braucht man nicht zu memorieren, und die Menüs sind so aufgebaut, daß man immer nur die zur Auswahl auf dem Bildschirm hat, die auch Sinn machen und einen Zusammenhang mit dem derzeitigen Projekt haben. Die ziemlich eindeutigen Tips der elektronischen Berater sorgen dafür, daß man nicht sofort am Anfang in eine Sackgasse rennt.
Inhalt und Form also o.k., Bedienung einwandfrei, Motivation sogar langfristig vorhanden. Einen Minuspunk allerdings gibt es zu bemängeln: Irgendwer hat die Idee mit dem Eindeutschen offenbar nicht ganz zu Ende gedacht. Zwar ist die Anleitung sauber übersetzt, aber die sehr umfangreichen und absolut spielentscheidenden Bildschirmtexte gibt es nur in Englisch.
Da hätte man sich das Geld für die Handbuchübersetzung sparen können, denn ohne gute Englischkenntnisse läßt sich weder die Handhabung nachvollziehen, noch die Spielatmosphäre genießen.
(Chip 12/1994)Die von Außerirdischen bedrohte Menschheit sucht sich im Universum eine neue Heimstatt. Die Erforschung fremder Gestirne, der Bau von Kolonien und die Suche nach Rohstoffen stehen im Mittelpunkt. Alien Legacy ähnelt frappierend Sierras Outpost, ohne aber dessen technische Brillanz zu erreichen.
Produktqualität: 75%
(MCV 9/1994)
Systemanforderungen:
386/25 Mhz,
4 MB RAM,
XMS, VGA (256 Farben),
Maus,
Festplatte (22 MB).
Unterstützt wird: SoundBlaster, AdLib, Pro Audio Spectrum
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