1, 2, 3 - Serien schrieben die Adventure-Geschichte
Die Geschichte der PC-Spiele ist mittlerweile auch eine lange Geschichte der Abenteuerspiele voller Spannung, Fantasie und Spaß, kurz Adventure genannt.
Lange bevor die Computer die Wohnstuben eroberten, noch in riesigen Gehäusen bei IBM, in den Forschungsabteilungen oder beim Militär standen, hatten die daran arbeitenden Menschen den Wunsch mehr aus ihrem elektronischen Partner herauszuholen, als nur das einfache Zahlenwerk. Aber während wir heute gewohnt sind, uns frei in 3D-gerenderten Räumen zu bewegen, mussten sich die Pioniere dieses Genres mit reinen Texten begnügen und natürlich war alles nur in der Sprache der Entwickler - in Englisch geschrieben. Lassen Sie sich vom wohl berühmtesten Abenteurer, Larry Laffer, durch die Historie führen:
William Crowther gilt als einer der Ur-Väter des Genres. Bereits 1968 schuf er mit "The Cave" das wohl erste Computerspiel aller Zeiten. Die Geschichte war einfach und ist schnell erzählt: In der riesigen Höhle Mammoth Cave in Kentucky muss der Spieler alles erforschen und soviel Schätze wie möglich zusammensuchen. Viel Fantasie gehörte bei den langen Textschlangen schon dazu. William Crowther stellte sein Spiel in den Vorgänger des Internet, in das Arpanet.
Vier Jahre später setzte 1972 der Mitarbeiter der Universität in Massachusettes Gregory Yob mit seinem "Hunt the Wumpus" den nächsten Meilenstein in der gerade beginnenden Historie der Adventures. Auch er ließ den Spieler durch ein Labyrinth von Höhlen laufen. Nur mit fünf Pfeilen in der Hand befand man sich auf der Suche nach dem Wumpus, einer Kreatur, die ebenfalls die Höhlen unsicher macht. Überall erfährt man Informationen über andere Höhlen und soll schließlich den Pfeil in jene Höhle werfen, in der sich Wumpus befindet.
Weitere zwei Jahre später entdeckte Don Woods 1976 das Spiel von William Crowther, brachte es auf den neuesten Stand der damaligen Technik und brachte es im Arpanet als "Colossal Cave" erneut heraus. Und jetzt setzte sich das junge Genre durch. Massenhaft luden sich Studenten, die über ihre Universitäten Anschluss an das Arpanet hatten das Spiel, das damals noch leicht auf eine Diskette passte herunter.
Zwei Studenten - Dave Lebling und Marc Blank ließen sich von diesem Genre besonders fesseln. Eines ihrer ersten Projekte trug einen Titel, der auch heute noch entscheidende Maßstäbe in diesem Genre setzt - Zork! Bereits 1977 entstand eine erste Vorabversion. Natürlich auch noch als Textadventure, doch viele Features sind bereits vorhanden. So das legendäre Untergrundreich mit dem furchtbaren Grue. Auch dieses Spiel wurde über das Arpanet weit verbreitet.
Getrieben von der furiosen Nachfrage gründeten Lebling und
Blank 1979 eine der ersten Spielefirmen - Infocom. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entstanden hier 35 Adventures. Zunächst wurde 1979 Zork überarbeitet, mit weiteren Rätseln angereichert und erreichte nun die für die damalige Zeit epochale Größe von 1MB!
Wichtig für die Textadventure war der sogenannten "Parser", der Wortschatz mit dem der Spieler umgehen konnte. Das Adventure "Wishbringer" verfügte 1985 dann schon über einen Parser von 1000 Wörtern. Damit konnten sich bestimmende Elemente des Genres weiterentwickeln. Es ging nicht mehr nur darum, etwas zu betrachten, man konnte nun sogar einen Gegenstand mit einem anderen benutzen.
Doch die Entwicklung ging weiter, die Mikroprozessoren begannen ihren Siegeszug. Und mit ihnen begann auch der Einzug der Computer in die Wohnstuben. Die Rechner waren leistungsfähiger, die Monitore wurden farbig. Die Zeit war reif für die nächste Stufe, die Grafik-Adventure.
Bereits 1980 gründeten Ken und Roberta Williams die Firma
On-Line Systems. Und mit "Mystery House" entstand dann das erste Spiel, das Text und Grafik in sich vereinte. Noch waren die Grafiken allerdings ziemlich schlicht und pixelig. Aber immerhin wurden im ersten Jahr 15000 Exemplare dieses Games verkauft. Wenig später wurde der Fimenname geändert: Sierra On-Line hieß von nun an die Spieleschmiede. Ein Name, der bis heute mit dem Genre Adventure eng verbunden ist, eine Firma, die Zeichen setzte bei der Programmierung spannender Abenteuer.
Wie 1984 mit dem Spiel King´s Quest. IBM wollte der
wachsenden Computerfreudigkeit Rechnung tragen und beauftragte das Ehepaar Williams mit der Erschaffung eines Spiels, das den gewachsenen technischen Möglichkeiten der PCs entsprechen sollte - so entstand King´s Quest mit einer fast 3D-Welt und in prächtigen 16 Farben! Das Spiel verkaufte sich über 2,7 Millionen mal und war Ausgangspunkt für insgesamt acht Nachfolger.
Durch zahlreiche weitere Geschichten sicherte sich Sierra die Vorherrschaft auf dem Adventuremarkt. Es folgten weitere Spiele, die in den folgenden Jahren zu schier endlosen Serien anwuchsen
wie "Space Quest", "Police Quest" oder auch die all so beliebten Abenteuer des liebenswerten Tölpel Larry von Al Lowe. "Leisure Suit Larry" übrigens war wegen seines schlüpfrigen Inhalt sehr umstritten, wurde aber nichts desto trotz vor allem in den langweiligen Pausen im Büro immer wieder gerne gespielt. Es war übrigens auch das erste Game mit einer sogenannten "Chef"-Taste. Erschien der Chef, reichte ein Tastendruck um wieder das Diktat oder die Monatsberechnung auf dem Monitor erscheinen zu lassen.
Ende der Achtziger Jahre der Computer langsam seinen Weg in Richtung der privaten Haushalte. Star-Wars-Regisseur George Lucas erkannte rechtzeitig die Zeit, gründete 1988 seine Firma Lucasfilm Games und startete mit seinem Adventure "Maniac Mansion". Schon 1990 erschien ein weiterer Meilenstein der Adventuregeschichte - "The Secret of Monkey Island" Mit George Lucas wurde ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Adventure gesetzt, die Menüs konnten nun komplett per Maus oder Joystick bedient werden, das Zeitalter des Point-and-Click war angebrochen. "Alone in the Dark" war das erste Action-Adventure-Spiel in Echtzeit-3D, das mit verschiedenen Kameraperspektiven arbeitete. Es war der Vorreiter aller 3D-Action-Adventures.
Die sich nun rasch entwickelnde Computerindustrie machte immer bessere Grafik, immer mehr Effekte möglich. Aus den 16 Farben wurden 16,8 Millionen, aus der 16 MHz wurden 500 Mhz, aus den 48 MB-Festplatten wurden 16 GB-Platten und auch vor den Disketten mit ihren 1,4 MB wurden CDs mit 640 MB und nun DVDs mit 16 GB. Alle Vorraussetzungen waren da, um echte 3D-Effekte in die Adventure einzubauen. Kein Spiel, dass sich heute nicht mehr diese Technik zu nutze macht. Aber auch das Genre selbst hat sich verändert. Die üblichen Adventure-Technik des Sammelns von Gegenständen, des Knackens kniffliger Rätselnüsse wich in den letzten Jahren immer mehr neuen Action-Elementen. Spiele wie "Tomb Raider" oder "Resident Evil" sind Ausdruck dieser neuen Richtung.
Zu den Adventure-Serien zählen zählen:
Die King´s Quest Reihe
Kings Quest I: Quest for the Crown (1984) | |
Kings Quest II: Romancing the Throne (1985) | |
Kings Quest III: To Heir is Human (1986) | |
Kings Quest IV: The Perils of Rosella (1988) | |
Kings Quest V: Absence Makes the Heart Go Yonder (1990) | |
Kings Quest VI: Heir Today, Gone Tomorrow (1992) | |
Die Larry Reihe
* Eigentlich wollte Al Lowe nach Larry 3 aufhören. Fragen nach Larry 4 beantwortete er immer mit den Worten:"Es wird niemals ein Larry 4 geben". Und so wurde es auch. Es gab zwar Ideen unter dem Arbeitstitel "The Missing Floppies", die aber nie realisiert wurden. Al Lowe machte gleich mit Larry 5 weiter.
Die "Alone in the Dark"-Serie
Alone in the Dark | |
Alone in the Dark 3 | |
Alone in the Dark 4 (Ist zur Zeit bei Infrogrames in Arbeit) |
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